Christiane Bente

Projektleiterin Pfarreien im Erzbistum Hamburg

Welcher Artikel des Grundgesetzes spielt(e) in Ihrem beruflichen oder auch privatem Leben eine wichtige Rolle?

Artikel 1 (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Artikel 3 (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Artikel 5 (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.

Diese Artikel bilden für mich eine wesentliche Grundlage für ein Leben in einem freiheitlichen Staat, der Haltungen von Gemeinwohlförderung und Respekt im Umgang miteinander fördert.

Diese Artikel geben die Grundlage für einen rechtlichen Rahmen, der das Leben in Freiheit und als Kirche in der Gesellschaft ermöglicht. Es gibt den Raum für Bildung, Auseinandersetzung, Diskussion und Reflexion. Voraussetzungen, damit Menschen auf Augenhöhe miteinander in einer Gesellschaft und in Kulturen leben und diese gestalten.

Inwiefern halten Sie das Grundgesetz angesichts der immer diverser werdenden Gesellschaft noch für aktuell?

Unsere Gesellschaft wird immer pluraler. In einer Welt, wo es viele Möglichkeiten gibt, standardisierte Wege immer weniger beschritten werden, wird es erforderlich, dass es verbindliche Orientierungspunkte in einer Gesellschaft gibt, die verlässlich und verbindlich für das Leben in einer Gesellschaft sind. Das Grundgesetz bildet für mich diese verlässliche Grundlage für unsere Gesellschaft und für unsere Zeit, in der so vieles möglich ist!

Welchen Artikel legen Sie der jungen Generation besonders an Herz?

Artikel 5 – die freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut, dass es zu bewahren und zu gestalten gilt. Auch wenn es immer wieder Äußerungen gibt, die den rechtlichen Rahmen überschreiten. Diese Übergriffe dürfen nicht das Grundrecht der freien Meinungsäußerung minimieren. Weiter verbinde ich mit dem Artikel, dass junge Generationen sich einmischen sollen in das politische und auch kirchliche Geschehen. Nachzufragen, Hinterfragen und die eigenen Vorstellungen ins Gespräch bringen. Weiterhin in Themenfelder zu streiten, zu diskutieren und Meinungsbildung mit Respekt und Achtung gegenüber anderen Meinungen zu betreiben. Im Abwägen der unterschiedlichen Meinungen an Lösungen zu arbeiten und somit unsere plurale Gesellschaft mitzugestalten.

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